Donnerstag, 20.03.2008 - 10.17 Uhr
Pitbull Interview
Hier ein Interview von Pit, dass er mit Peter Voncken von Motorsport aktuell geführt hat.
Coole Seite, müßt Ihr mal reinschauen. www.motorsport-aktuell.com
Motocross
Hochgesteckte Ziele
Von Peter Voncken19.03.2008 15:28:47 www.motorsport-aktuell.com
Am 6. April beginnt in Valkenswaard die Motocross-WM. Wie immer geht man bei KTM mit Optimismus in die Saison. Ein Gespräch mit Motocross-Sportchef Pit Beirer.
KTM startet in die WM mit neuer Strategie: Max Nagl als einziger MX1-Werksfahrer, dafür in der MX2-Klasse gleich ein Werkstrio mit Tommy Searle, Tyla Rattray und Rui Gonçalves. Ist der MX1-Titel nicht so wichtig oder warum dieses Ungleichgewicht?
Wir wollen zusammen mit Stefan Everts den Umbruch schaffen und das Top-Team in der Motocross-WM werden und wollen viel Basisarbeit machen. Wir haben in der MX2 viele Fahrer in Satelliten-Teams untergebracht und wollen dann in naher Zukunft auch in der MX1 mit mehreren Spitzenfahrern an den Start gehen. Unser Wunsch ist, das mit jungen Fahrern zu schaffen, die wir selber ausbilden. Also wollten wir jetzt nicht alles übers Knie brechen und erst einmal unsere Hausaufgaben machen, ein gescheites Motorrad hinstellen, das Team perfekt organisieren und mit dem Max Nagl die MX1-Geschichte noch einmal von vorne aufzurollen.
Was traust du denn dem Max Nagl in der MX1-Klasse zu, er hat ja durchaus harte Gegner wie Josh Coppins, Steve Ramon oder Ken de Dycker?
Der Max steht kurz davor, den letzten Schritt in die absolute Weltspitze zu machen. Ich bin mir sicher, dass er regelmässig Top-5-Ergebnisse erzielen und am Ende der Saison einer der Topfahrer in der MX1-WM sein kann. Da liegt natürlich sehr viel Wunsch in diesem Gedanken, aber vom Training her und wie er sich momentan auf dem Motorrad wohlfühlt, glaube ich schon, dass er unter die ersten fünf fahren kann. Das ist unser hochgesteckktes Ziel: Wir reden jetzt nicht davon, dass Max für KTM den WM-Titel holen muss, sondern wir wollen gemeinsam mit dem Max den Weg an die Weltspitze schaffen, das ist unser Ziel.
In der MX2-Klasse sieht das anders aus, da sollen die drei KTM-Fahrer dem Weltmeister Toni Cairoli den Titel abjagen. Das müsste zu schaffen sein, zumal mit Christophe Pourcel ein starker Gegner in der WM nicht antritt.
Es ist sicher so, dass wir in der MX2 nicht so kleine Brötchen backen und sagen, da fahren wir jetzt mal mit und schauen, was `rauskommt, sondern hier ist unser Ziel, um den WM-Titel zu kämpfen. Unser Anspruch ist einfach, konkurrenzfähig zu sein. Cairoli ist in der Klasse momentan das Mass der Dinge und es wird brutal schwierig, ihn zu schlagen, aber wir sind gut vorbereitet. Der Tommy Searle und der Tyla Rattray sind sicher auf Augenhöhe mit Cairoli. Ich wünsche mir, dass wir über den Winter den Schritt geschafft haben vom Motorrad her und von den Fahrern her, dass wir ihm Paroli bieten können und bis zum letzten Rennen mit ihm um den WM-Titel kämpfen können.
Die MX3-WM verliert ja immer mehr an Bedeutung, auch KTM ist da nicht mehr werksseitig vertreten. Ist das so langsam das Ende der grossen Klasse, wird sie demnächst aus dem Kalender verschwinden?
Man muss ganz klar sehen, dass die Tendenz im Offroadsport zu kleineren Hubräumen geht, weil einfach die Motorräder mit grossem Hubraum fast nicht mehr zu beherrschen sind und es nur noch wenige Fahrer gibt, die mit grossen Motorrädern auf hohem Niveau fahren können. Das führt zwangsläufig zu langweiligen Rennen. Sogar die 450er in der MX1 sind ja bereits umstritten. Ich glaube aber nicht, dass die Klasse stirbt, denn nach wie vor wird von der FIM und den Herstellern eine WM mit drei Klassen gewünscht. Aber es soll eine Klasse sein, die nicht mit dem Kostenaufwand wie in der MX1 oder MX2 betrieben wird, also mit seriennahen Motorrädern ohne grossartige Werksteile und ohne hochbezahlte Werksfahrer, sondern schon vom Niveau her einen kleine nSchritt hinter den beiden anderen WM-Klassen. Für uns ist das ein Paket: Wir wollen an der MX3-Klasse teilnehmen und auch Siege einfahren, aber wir nutzen das Team von Jacky Martens, um die jungen Talente zu unterstützen, die in der MX2-EM starten, deren Läufe ja im Rahmen der MX3-WM-Läufe stattfinden.
Wie ist deine Meinung zu den geplanten Änderungen im technischen Reglement, speziell die Reduzierung des MX1-Hubraums von 450 ccm auf 350 ccm? Ist das realistisch oder ist das auch ein Wunsch der Hersteller?
Das ist weniger ein Wunsch der Hersteller, sondern mehr eine Sache des gesunden Menschenverstandes. Vor Jahren starb die 500er-Motocross-Königsklasse, weil die Motorräder zu stark waren, keiner konnte sie mehr beherrschen und es waren furchtbar langweilige Rennen. Wir haben die Pflicht, dagegen zu steuern, bevor die 450er-MX1-Klasse langweilig wird, und zwar mit kleineren Motorrädern, die handlicher sind und mehr Zweikämpfe versprechen. Aus sportlicher Sicht kommt dieser Wunsch von einigen Fahrern und die Industrie sträubt sich momentan eher noch dagegen, vor allem unsere Freunde aus Japan. Wir finden es mittlerweile schon sehr vernünftig, ein kleineres, leichteres und handlicheres Motorrad anzubieten, das auch noch im Gelände fahrbar ist
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